ComGreen - Zwischenbericht (Fortsetzung)

PRESSEMITTEILUNG

ComGreen - Zwischenbericht (Fortsetzung)

Erste Ergebnisse zur Optimierung des Kernnetzes

Abbildung 3 veranschaulicht das Verfahren, das von der Deutsche Telekom AG innerhalb von ComGreen verwendet wird, um die Anzahl von Instanzen der EPC -Funktionen sowie deren Platzierung im Transportnetz zu optimieren.


 

Basisstationen in verschiedenen Regionen Deutschlands werden an die entsprechenden Router des Kerntransportnetzes mit Hilfe von Aggregationsnetzen angeschlossen. 3  zeigt ein Beispiel eines Kerntransportnetzes bestehend aus 17 Routern und 26 Links. An jedem der Kernrouter wird die Daten- und die Signalisierungslast aller in der entsprechenden Region installierten Basisstationen aggregiert. Die EPC-Kernfunktionen können an beliebige Kernrouter angeschlossen werden, entweder an einen oder auch verteilt. Somit variiert der Gesamtenergieverbrauch des funktionalen Kernnetzes in Abhängigkeit von zwei Parametern: die Anzahl der Instanzen einzelner EPC-Funktionen sowie die Anschlüsse von physikalischen Knoten mit diesen Instanzen an die Kernrouter des Transportnetzes. Derzeit untersucht das Projekt ComGreen die optimale Selektierung dieser Parameter in Abhängigkeit von der Last, die in jeder Region (d. h. an jedem Kernrouter) durch Basisstationen erzeugt wird.

Für eine dynamische Umkonfigurierung des Kernnetzes für eine unterschiedliche Anzahl von Instanzen wurden in dem Projekt basierend auf aktueller 3GPP LTE-Spezifikationen Signalisierungsflüsse erarbeitet, die eine unterbrechungsfreie Funktionalität von Basisstationen während einer Netz-Umkonfigurierung ermöglichen. Diese Signalisierungsabläufe werden verwendet, um die Anzahl der Instanzen verschiedener Funktionen in einem EPC-Netz zu kontrollieren. Somit wird die Validierung dieser Verfahren in einem realen EPC-Netz ermöglicht.

Simulation eines vollständigen Mobilfunknetzes

Ericsson und die Universität Paderborn haben ein vollständiges Mobilfunknetz für das Bundesland Hessen simuliert. Die Simulation berücksichtigt alle „Sites“ in diesem Gebiet, und umfasst alle wesentlichen Knoten von Basisstationen bis hin zu Packet Gateways. Ausgenommen sind lediglich Knoten zur Authentifizierung, Benutzerverwaltung und zur Abrechnung (Billing Gateways).

Besonderer Fokus wird auf die Knoten des Transportnetzes gelegt. Dazu zählen insbesondere die Switches, Routers und Links des Aggregationsnetzes (Mobile Backhaul), welches die Basistationen an das Kernnetz anschließt. Grund für diese Entscheidung ist die Tatsache, dass diese Netzelemente zum einen  sehr zahlreich im Mobilfunk vorkommen und zum anderen einen substantiellen Teil des Energieverbrauchs darstellen.

Die Simulation basiert auf Verkehrsdaten, die von der DTAG zur Verfügung gestellt wurden. Weiteren Input stellen Energieverbrauchsdaten, Netztopologien und Routingstrategien dar. Die Simulation berechnet für jedes von insgesamt mehr als 20.000 Netzelementen, wie sich der Zustand nach einem voreingestellten Zeitraum X, etwa 10 Minuten, verändert hat. Damit liefert die Simulation für ein Referenznetz ebenso wie für mehrere Optimierungsszenarien genaue Daten, wie sich Verkehrsnachfrage und Energieverbrauch über die Zeit (etwa der Verlauf eines Tages) im Bundesland Hessen entwickeln.


Die Simulation erlaubt es, verschiedene Produkte, Strategien und andere Lösungen miteinander zu vergleichen. Die Ergebnisse werden in einer Datenbank abgespeichert, aus der sie mit einem Reportgenerator ausgelesen werden können.

Kontakt
www.communicate-green.de

Steffen Bretzke
Ericsson GmbH
Ericsson Allee 1
52134 Herzogenrath
Steffen.Bretzke@ericsson.com